DER WALD

Ein Wald ist ein komplexes Ökosystem, dessen Vegetation aus Bäumen und Sträuchern verschiedener Arten aufgebaut ist.

Mit den Forstplantagen, Parks und Hainen, die heutzutage oftmals künstlich angelegt werden, hat ein echter, naturbelassener Wald nur noch wenig zu tun - viele der Arten sind jedoch die gleichen, auch wenn sich die verschiedenen Waldgattungen deutlich voneinander unterscheiden.

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Die verschiedenen Waldtypen

Grundsätzlich lassen sich die bayerischen Wälder in vier verschiedene Typen einteilen, die sich in erster Linie in der vorkommenden Vegetation unterscheiden:

Regenwald der gemäßigten Zone

Der Sommergrüne Laubwald ist der bekannteste Waldtyp.  Man findet dort einen vielfältigen Bestand an Eichen, Buchen, Eschen und Ahornen, aber auch vereinzelte Koniferen.

In der artenreichen Strauchschicht sowie am Waldrand findet man beispielsweise Holunder, Schwarz- und Weißdornbüsche sowie Haselsträucher und Kornelkirschen, am Boden Brennnesseln, Wein und Efeu.

Borealer Nadelwald

Auf dem sauren Boden des Nadelwaldes wachsen überwiegend Tannen, Fichten, Eiben und Douglasien.

Die Bodenvegetation ist spärlich, man findet vor allem Brombeeren - aber auch einige Pilzsorten gedeihen dort bevorzugt. Während diese Waldform in nördlichen Ländern zur natürlichen Vegetation gehört, wird sie in Bayern ausschließlich aus forstwirtschaftlichen Interessen gepflanzt, da Nadelwäldern schneller Holz liefern als naturnahe Mischkulturen.

Einen Wald, in dem verschiedene Baumarten nebeneinander vorkommen, bezeichnet man allgemein als Mischwald. Häufig wird diese Bezeichnung noch präzisiert, man spricht dann zum Beispiel von einem Buchen-Lärchen-Mischwald oder von einem Laubmischwald.

Auwald

In Feuchtgebieten findet man den Auwald. Dort wachsen in der Nähe des Ufers große Pappeln und Eschen, darunter kleinwüchsige Bäume und Sträucher wie Erlen und Weiden. Da sich der Lebensraum Auwald durch Überschwemmungen und Trockenzeiten ständig ändert, findet man hier vor allem schnellwüchsige Pflanzen.

 

Permanent unter Wasser ist der Moor- oder Bruchwald. Diese bei uns sehr seltene Waldform kann man sich wie einen bewaldeten Sumpf vorstellen. Je nach Region dominieren im Moorwald Birken, Kiefern, Fichten oder Erlen.

(Photo: Auwald)

Bergwald

Den Bergwald findet man nur im Süden Bayerns. Dort überwiegen in höheren Lagen Koniferen als Baumbestand. Zwischen vereinzelten hohen Fichten und Tannen wachsen robuste Pflanzen wie strauchförmige Kiefern, Disteln und Alpenrosen.

Da der Boden im Gebirge sehr nährstoffarm ist, findet man dort viele Pflanzen, die zwar mit den kargen Böden zurechtkommen, aber im Flachland von konkurrenzstärkeren Arten verdrängt werden.